Trauerschwan / Cygnus atratus

Der Trauerschwan (Cygnus atratus) oder Schwarzschwan ist eine Vogelart aus der Gattung der Schwäne (Cygnus) und der Familie der Entenvögel (Anatidae). Er ist der einzige fast völlig schwarze Schwan und hat außerdem den längsten Hals aller Schwäne.

Aussehen

Die ausgewachsenen Vögel sind 110 bis 140 Zentimeter lang und damit insgesamt etwas kleiner als der Höckerschwan. Sie wiegen 4 bis 8,5 Kilogramm. Durch ihre etwa 31 Halswirbel können sie auch in tieferen Gewässern gründeln. Im Flugbild macht der Hals über die Hälfte der Gesamtlänge aus. Das Gefieder ist schwarz. Die Füße anthrazitfarben mit schwarzen Krallen.Von weißer Farbe sind lediglich die Schwungfedern, die aber fast immer im Gefieder versteckt sind und bei geöffneten Flügeln bzw. im Flug sehr gut sichtbar werden. An den Flügelrändern haben die Tiere gelockte Federn. Der Schnabel ist leuchtend rot gefärbt und wird von einem weißen Band nahe der Schnabelspitze geziert. Die Augenfarbe variiert zwischen Orange und Hellbraun bis zu schwarz.

Stimme

Trauerschwäne benutzen ihre Stimme unter anderem um sich gegenseitig, verbunden mit einem Auf- und Abbewegen des Kopfes, lauthals zu begrüßen, was als „Bobbing“ bezeichnet wird. Sie schwimmen auch in die Mitte eines Sees, legen ihren langen Hals auf das Wasser und „trompeten“ weit hörbar über das Wasser, um etwa nach einem Artgenossen zu rufen oder einfach ihren Unmut zu äußern. Im Gegensatz dazu hat der Höckerschwan (engl. Mute Swan) keine Stimme und ist nur zu einem eher leisen Fauchen fähig, dass er z. B. gerne beim Betteln nach Futter einsetzt.

Verbreitung und Lebensraum

Der Trauerschwan ist das Wappentier Westauatraliens und dort auch in der Flagge dargestellt. Mittlerweile kommt er in allen Bundesstaaten Australiens vor, auf dem Festland wie auch in Tasmanien. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Trauerschwan nach Neuseeland gebracht und hat sich inzwischen dort fest eingebürgert. In Europa und in den Vereinigten Staaten wird er gelegentlich in Parkanlagen gehalten und hat als sogenannter Gefangenschaftsflüchtling auch hier schon vereinzelt in freier Wildbahn gebrütet. Aus Deutschland werden immer wieder Sichtungen von Trauerschwänen gemeldet.

Der Trauerschwan lebt an Seen mit Süß- oder Brackwasser, wobei er seichte permanente Wasserflächen bevorzugt. Außerhalb der Brutzeit ist er auch an Flüssen zu finden.

Lebensweise

Im Unterschied zu vielen anderen Wasservögeln und auch zu den anderen Schwanenarten ist der Trauerschwan kein Zugvogel. Er ist äußerst mobil, und kleine Störungen wie anhaltender Lärm veranlassen die Tiere weiterzuziehen. Dabei bleiben sie aber in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern um den alten Aufenthaltsort und halten sich somit ihr ganzes Leben lang in der Region auf, in der sie aufgewachsen sind. Sie ziehen in diesem Gebiet nur relativ kleinräumig umher, um auch auf unterschiedliche Wasserstände und nur zeitweilig vorhandene Wasserflächen zu reagieren. Auch junge Männchen verhindern es, dass sich ein weiteres Trauerschwan-Männchen neu in ihrem Revier niederlässt; lieber weichen die Tiere einander aus. In ausgesprochenen Trockenzeiten konzentrieren sie sich in Australien an der Küste in geschützten Lagunen und Buchten.

Ernährung

Der Trauerschwan ernährt sich überwiegend von Wasserpflanzen und Algen, aber auch Körner wie zum Beispiel Weizen oder Mais fressen sie gerne. Ebenso zupfen sie gerne die Blätter von ins Wasser hängenden Trauerweiden oder auch ufernahes Gras ab.

Fortpflanzung

Die Brutzeit wechselt von Gebiet zu Gebiet und passt sich an Jahreszeiten mit hohen Wasserständen an. In Deutschland zeigen Trauerschwäne noch manchmal ihren alten, australischen Rhythmus und brüten, sogar oft mit Erfolg, im Winter.

Trauerschwäne brüten meist in Kolonien. Sie errichten einen großen Nesthügel, der meist inmitten eines seichten Gewässers liegt. Sie benutzen dasselbe Nest jedes Jahr wieder und bessern es nur so weit aus, wie es notwendig ist. Wie andere Schwäne ist diese Art streng monogam. Beide Elternvögel sind am Nestbau beteiligt und sorgen für die Jungen.

Das Weibchen legt vier bis acht blassgrüne Eier. Die Eier werden je nach Witterung fünf oder sechs Wochen lang abwechselnd von beiden Elternteilen bebrütet. Männchen sind eher schlechte Brüter, da sie gerne das regelmäßige Drehen und Wenden der Eier vergessen oder sich auch aus Versehen neben die Eier legen. Männchen und Weibchen teilen sich die Sorge um die Jungvögel, die nach etwa fünf Monaten flügge sind. Die Geschlechtsreife tritt mit zweieinhalb bis drei Jahren ein, danach werden die Männchen vor allem in Gefangenschaft extrem angriffslustig und aggressiv.

Trauerschwäne und der Mensch

Eine Unterart des Trauerschwans, der Neuseelandschwan (Cygnus atratus sumnerensis) lebte auf Neuseeland und auf den Chatham-Inseln. Ihr Aussterben ist vermutlich auf das intensive Eiersammeln während der Brutzeit und die Bejagung durch die Māori während der Mauser zurückzuführen.

Die Gesamtpopulation des Trauerschwans wird von der IUCN auf 300.000 bis 500.000 Tiere geschätzt. Die Art gilt als nicht gefährdet.

Der Trauerschwan ist das offizielle Wappentier Western Australias und wird auch in der Staatsflagge dargestellt.

Ein berühmter Vertreter der Art ist der „Petra“ getaufte Trauerschwan, der auf dem Münsteraner Aasee zur Zeit in einem weißen Tretboot in Schwanenform seinen Partner gefunden hat. In Deutschland leben nur geschätzte 50 Exemplare in Freiheit und über das ganze Land verstreut.

 

Textquelle: Wikipedia

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