Ludwigs Abenteuer – Folge 107

Nach meinen vielen Wanderabenteuern mit Mam Mut ging es für mich zum zweiten Mal in diesem Jahr – und zum zweiten Mal nach der coronabedingten Reisepause – zu Katrin und Martin nach Haltern am See.

Nach der üblichen Begrüßungszeremonie und einem ersten lebenserhaltenden Snack habe ich den beiden ausführlich von den ausgiebigen Wanderungen mit Mam Mut berichtet und ihnen meine wundgelaufenen Tatzen gezeigt. Die beiden haben daraufhin beschlossen, mir erstmal ein paar Tage Erholungszeit zu gönnen, bevor wir gemeinsam in neue Abenteuer starten wollten.

Ich habe dann also ein paar Tage lang ordentlich entspannt. Das gelang mir besonders gut in meinem Liegestuhl am Pool oder beim Ausschlafen im Reisekistchen. Die Liegezeit wurde natürlich auch immer mal wieder durch die Aufnahme von Snacks bzw. reichhaltigem Essen unterbrochen.
Da ich aber nicht so ganz abschalten kann, habe ich zwischendurch Katrin im Stall beim Misten und Füttern, und Martin auf der Terrasse bei handwerklichen Arbeiten geholfen.

Nach ein paar Tagen war ich dann wieder fit und genug ausgeruht. Also haben wir einen ersten kleinen Ausflug in die Innenstadt von Haltern am See unternommen. Dort habe ich einen lustigen Typen kennengelernt, der da so in der Gegend herumsteht. Er hat mir empfohlen, mir ein Modell der Stadt anzuschauen, was ich dann auch gemacht habe.
Katrin hat dann in der Stadt noch Karten für ein abendliches Online-Bingo besorgt. Meine Hoffnung auf sensationelle Gewinne ist leider nicht erfüllt worden. Wir haben nichts gewonnen.

Gemeinsam mit Martin habe ich mich dann noch um das technische Equipment für eine bevorstehende Urlaubsreise gekümmert. Er meinte, dass wir uns an einem abgelegenen Ort bestmöglich mit Internet versorgen müssten. Keine Frage – das war WICHTIG!
Danach hat er mir noch gezeigt, wie man altmodisch Kaffee macht. So mit ganzen Bohnen, die mit Tatzenkraft gemahlen werden müssen und so weiter. Das war zwar anstrengend, aber für das Ergebnis hat es sich gelohnt.

Und dann war auch schon Zeit zum Packen für die Reise. Auch ich musste festlegen, welche meiner Accessoires mitgenommen werden mussten. Liegestuhl, Reisepass, Sicherheitsgeschirr und Schnutenpulli standen ganz oben auf meiner Liste.

Mitten in der Nacht wurde ich dann unter Mithilfe einer Laugenstange ins abfahrbereite Auto gelockt. Es konnte also losgehen. Erstmal ein paar Hundert Kilometer nach Cuxhaven an die Nordsee. Das Wetter war unterwegs nicht wirklich urlaubswürdig, aber solange es nach Ankunft am Urlaubsort besser werden würde, war uns das egal. Beschäftigt habe ich mich während der Fahrt unter anderem mit dem Zählen von Windrädern.
In Cuxhaven – für uns nur Zwischenziel – hatten wir etwas Zeit und konnten einen Blick auf die berühmte Kugelbake werfen. Danach ging es auf ein Schiff in Richtung Helgoland.
Nach der Überfahrt wurde dann, nachdem wir noch von Helgoland nach Helgoland-Düne übersetzen mussten, das Urlaubsquartier bezogen und anschließend mussten wir alle etwas gegen Hunger und Durst unternehmen.

Wir haben dann eine Woche auf Helgoland verbracht und das gemacht, was man wohl vornehmlich auf dieser kleinen Hochseeinsel so macht – entspannt, Zeit am Strand und im Strandkorb verbracht, gute Speisen und Getränke genossen, Seehunde und andere tierische Bewohner der Insel geguckt und fotografiert, dass maritime Wetter (insbesondere den Wind) über uns ergehen lassen, und natürlich die touristischen Highlights der Insel bestaunt.

Zu den Highlights gehören natürlich die lange Anna – das Wahrzeichen der Insel -, die Lummenfelsen – das kleinste Natur- und Vogelschutzgebiet Deutschlands – und die Leuchttürme, zu denen mir Martin einiges erzählen konnte.

Auf der Düne gibt es den Friedhof der Namenlosen. Dort liegen Leichen begraben, die auf der Insel angespült wurden. Zum Glück gibt es nur drei namenlose Gräber. Dann gibt es dort noch einen Gedenkstein für ein gesunkenes Schiff und eine Totenglocke, die ich aber nicht schlagen wollte.

Man kann sich auf Helgoland aber auch sportlich betätigen, was wir an einem Tag auch gemacht haben – mit Minigolf. Obwohl Katrin und ich in einem scheinbar unschlagbaren Team zusammen gespielt haben, hat Martin gegen uns gewonnen. Ich verstehe das bis heute nicht.

Für Leute, die schnell zur Insel hin oder wieder weg wollen, gibt es auf diesem Fleckchen Erde in der Nordsee sogar einen kleinen Flugplatz. Auch den haben wir uns natürlich mal angeschaut.

Ich habe inzwischen ja eine große und treue Fan-Gemeinde auf Twitter. Und manchmal bin ich nicht nur während meiner Reisen bei ihnen zu Gast, sondern treffe sie auch spontan während meiner Ausflüge und Abenteuer mit meinen Gastgebern. Auf Helgoland bin ich Watt‘n Meer begegnet, die auch gerade da war. Das Kennenlernen hat mich sehr gefreut.

Bevor wir die Insel dann wieder verlassen und uns auf den Heimweg gemacht haben, mussten selbstverständlich noch ein paar Postkarten geschrieben werden. Das ist immer wieder schön, wenn man dann später auf Twitter sieht, dass sie angekommen sind und den Empfängern Freude bereiten.

Nach der Heimreise mit Schiff und Auto bin ich dann nur noch müde in mein Reisekistchen gefallen und habe von Helgoland träumend einen löwenmäßig guten Schlaf gehabt.

Schon am nächsten Vormittag ging es in ein neues Abenteuer. Katrin und Martin haben mit mir das LWL-Römermuseum in Haltern am See besucht. Die Römer hatten im heutigen Haltern damals einen Hafen, in dem Legionäre aus ihren Schiffen stiegen, um aus dem Lager Aliso in die Schlacht zu ziehen. Für viele dieser Legionäre war dann Endstation in der berühmten Varusschlacht.
Heute kann man im Römermuseum zahlreiche Original-Exponate und auch Nachbauten bewundern, und sich einen Eindruck vom Leben der römischen Legionäre machen. Für mich als frisch ernanntem Jung-Legionär (den Titel habe ich bei meinem letzten Gastgeber an anderer historischer römischer Stätte erworben) war das besonders interessant.
Da wir Glück mit dem Wetter hatten, hat es mir besonders Spaß gemacht, das Außengelände des Museums zu erkunden.
Um das Wetter wirklich auszunutzen, haben wir dann noch eine Tour mit dem Motorrad gemacht. Martin hatte mir extra einen Helm besorgt, dabei jedoch nicht meine wohlgeformte große Schnute bedacht. Der Helm passte also leider nicht. So musste ich aller Sicherheitsvorgaben zum Trotz ohne Helm mit dem Motorrad mitfahren. Glücklicherweise kennt die Straßenverkehrsordnung keine Helmpflicht für Reiselöwen.

Einen Tag später haben wir die Zeche Zollern in Dortmund besucht. Auf dem ehemaligen Zechengelände kann man nicht nur die Bauwerke der Zeche bewundern, sondern es gibt dort auch eine Dauerausstellung über den Bergbau und über die Geschichte des Bergwerks. Zudem gab es noch eine Sonderausstellung „Revierfolklore“.
Besonders beeindruckend ist die alte Maschinenhalle der Zeche – ein Bau aus Stahl und Glas. Wirklich ein sehr beeindruckendes Gebäude.
Wir haben uns intensiv auf dem Gelände und in den Ausstellungen umgeschaut. Da gab es für mich wieder viel Neues zu entdecken und zu lernen.

Nach zwei ruhigen Tagen zur Entspannung haben wir dann unsere Industriekultur-Tour im Ruhrgebiet noch ein bisschen fortgesetzt.
Zuerst sind wir wieder nach Dortmund gefahren. Dieses Mal zum Industriedenkmal Kokerei Hansa, wo früher aus Kohle Koks gemacht wurde. Heute kann man noch die hohen Türme, die großen Gebäude und die beeindruckend gigantischen Maschinen bewundern. Auf dem Gelände erkennt man aber überall auch, dass sich die Natur ihren Raum zurückerobert. Sehr viel Grün dort, wo es zu Betriebszeiten der Kokerei sicherlich keines gab.
Katrin und Martin haben mir ausführlich erklärt, wie früher die Kohle über die Förderbänder in den Kohlemischbunker transportiert wurde, bevor es für sie dann weiter in die Koksöfen ging um am Ende des Prozesses als Koks wieder herauszukommen.
Von den Kühltürmen der Kokerei stehen zwar heute nur noch die Gerüste, aber man bekommt trotzdem einen guten Eindruck von ihrer Größe.
Eine Frage blieb aber bis zuletzt für mich offen: Kontrolliert hier jemand das Badeverbot, oder könnte ich zwischendurch…

Von der Kokerei Hansa aus ging es dann weiter nach Waltrop zum Schleusenpark. Das dortige alte Schiffshebewerk Henrichenburg – seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb – war ein Aufzug für Schiffe am Dortmund-Ems-Kanal und hat Frachtschiffen bei der Überwindung eines Höhenunterschieds von 14 Metern geholfen. Eine wirklich beeindruckende Konstruktion, die man gerne in Betrieb sehen würde. Aber das ist leider nicht mehr möglich. Es gibt im Schleusenpark noch ein neues Schiffshebewerk, eine alte Schleuse und eine neue Schleuse. Im Prinzip hat man dort historische Bauwerke unmittelbar neben den modernen – in Betrieb befindlichen – Bauwerken. Eine sehr interessante Mischung.
Im Schleusenpark liegen darüber hinaus auch noch einige alte Schiffe, die man ebenfalls bestaunen kann.

Mit diesen Eindrücken hieß es dann für mich wieder Abschied von Katrin und Martin zu nehmen, denn die Zeit meines Besuchs war schon wieder vorbei. Aber es sollte ja nur ein vorübergehender Abschied sein, denn ich werde dieses Jahr noch ein drittes Mal bei den beiden zu Besuch sein. Ich freue mich schon darauf.


Da im Reisebericht nicht immer alle Bilder untergebracht werden können, könnt ihr alle Bilder dieses Abenteuers hier bestaunen:


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Ich halte euch wie immer auf dem Laufenden.
Auf meiner Abenteuerkarte könnt ihr euch auch übersichtlich anschauen, wo mich meine Reise bisher hingeführt hat und welche weiteren Zielorte bereits geplant sind.
ALLE Fotos von meinen bisherigen Abenteuern könnt ihr hier anschauen.
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Kategorie(n): Ludwig

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