Ludwigs Abenteuer – Folge 98

Von Bad Hersfeld aus ging es für mich weiter nach Dreieich. Mit dem Besuch bei Aruba ist meine 5. Twitter-Reise quasi auf die Zielgerade gegangen.

Begrüßt wurde ich nach der Öffnung meines Reisekistchens von Arubas Mitbewohnern – Herdy dem Schaf und Jelly dem Oktopus. Aber zu meiner Verwunderung war ich überhaupt nicht in Dreieich. Aruba hatte nämlich mein ungeöffnetes Reisekistchen und ihre beiden Mitbewohner mit nach Hanau genommen, wo sie abends einem Freund in einem Laden ausgeholfen hat. Und jetzt erklärte sich auch der Duft, der in mein Reisekistchen eingesickert war – es waren gerade Pizzabrötchen für einen kleinen Abendsnack aufgebacken worden. Dieses Begrüßungsmahl habe ich gerne in Anspruch genommen und mich gleich auf eines der Brötchen gestürzt. Beim Essen hat mir Jelly ganz aufgeregt berichtet, was in den nächsten Tagen so auf dem Programm stehen würde. Ich hatte ein bisschen Angst, dass sich Jelly beim aufgeregten Erzählen seine vielen Arme verknotet. Aber Jelly bekommt seine acht Arme erstaunlich gut miteinander koordiniert.
Nach dem Abendessen ging es mit vollem Bauch zügig ins Bett.

Am nächsten Tag haben wir uns mit dem Freund von Aruba auf den Weg nach Werne gemacht. Dort wollte er sein neues Auto abholen und irgendwie musste er ja dorthin. Während der Fahrt habe ich mir ausgiebig die Landschaft angeschaut – viel vernebeltes hessisches Mittelgebirge. In Werne angekommen haben sich alle erstmal mit der Autoübernahme beschäftigt. Die Zeit habe ich für ein kleines Nickerchen genutzt bevor es dann mit Aruba, Herdy und Jelly Richtung Dreieich ging. Zwischendurch durfte ich auch mal ans Steuer, aber mein Kommando „Gib Gas, ich will Spaß“ wurde von Aruba dezent überhört. Nunja, dann habe ich eben das Steuer wieder aus der Hand gegeben und stattdessen ein bisschen von meinen bisherigen Abenteuern erzählt.
Zuhause bei Aruba angekommen, wurde ich erstmal den beiden Haustigern Mila und Katerchen vorgestellt, die auf meine Ankunft mehr oder weniger euphorisch begeistert reagiert haben – ein kurzer Stubser und ein gelangweiltes Nicken.
Vor dem Fernseher haben wir dann den Tag ausklingen lassen.

Nach einer erholsamen Nacht durfte ich dann zum ersten Mal mit Aruba zur Arbeit fahren. Auf dem Weg dorthin war ich schon ganz aufgeregt. Aruba arbeitet nämlich am Frankfurter Flughafen im Tower. Während der Fahrt zum Flughafen hat sie mir schon eine Einweisung gegeben, was es mit der Vorfeldkontrolle so auf sich hat. Ich habe gelernt, dass die Piloten auf dem Flughafen von der Vorfeldkontrolle navigiert werden, damit zur richtigen Zeit mit seinem Flugzeug am richtigen Platz ist und sich niemand in die Quere kommt.
Endlich oben im Tower angekommen war mir die Theorie des Jobs erstmal egal, denn der Ausblick von dort auf den Flughafen war sensationell. Es gab so viele Flugzeuge zu bestaunen, dass ich gar nicht wusste, wo ich hinschauen sollte. Dementsprechend hat man mich in den folgenden Stunden nur an der Fensterfront entlangflitzen sehen. Um die Flugzeuge zu beobachten, die etwas weiter entfernt waren, hatte ich sogar ein Fernglas zur Verfügung. Damit konnte mir wirklich überhaupt nichts entgehen. Auch als es irgendwann dunkel wurde gab es immer noch reichlich was zu sehen. So viele bunte Lichter auf einem Flughafen…
Zwischendurch hat mir Aruba noch ihren Arbeitsplatz erklärt. Mit Datenbildschirm, Radar und Funkgerät ist sie quasi die Stimme im Navigationsgerät der Piloten.
Nach der Schicht bin ich noch während der Fahrt im Auto eingeschlafen und habe von Flugzeugen geträumt.

Zu Beginn der nächsten Schicht hat mir dann Jelly nochmal die genauen Abläufe beim Navigieren der Flugzeuge gezeigt. Also Jelly hat den Job voll drauf. Mit seinen acht Armen bedient er alle wichtigen Geräte gleichzeitig – das habe ich nicht schaffen können. Wir wurde schon beim Zugucken ganz schwindelig. Aruba war dann der Meinung, dass es besser ist, wenn ich erstmal noch ein bisschen was auf dem Flughafen anschaue. Wir sind dann erstmal in den Terminal und haben von dort aus auch die großen A380er beobachten können. Ich musste Aruba natürlich berichten, dass ich selbst schon in so einem großen Flieger mitgeflogen bin.
Abends sind wir eine Stunde lang in einem Follow-Me-Fahrzeug mitgefahren. Obwohl mir die Dienstmütze nicht ganz so gut gepasst hat, durfte ich fleißig helfen. Unter anderem habe ich einen Schlepperfahrer beim „Andocken“ eines Flugzeugs ans Terminal geholfen. Die Fahrer haben aus ihrem Schlepper keinen richtigen Überblick und müssen daher eingewiesen werden.
Alles in Allem wieder ein aufregender Arbeitstag. Wobei ich ja finde, dass das mehr Spaß als Arbeit ist. Aruba hat wirklich Glück, dass sie dafür sogar Geld bezahlt bekommt.

Das folgende Wochenende war zum Ausruhen gedacht. Samstags habe ich erst lange geschlafen und musste nach dem Aufwachen feststellen, dass Aruba ohne mich unterwegs war. Also habe ich kurzerhand die Wohnung – insbesondere die Küche – nach einem „kleinen“ Frühstück durchforstet und bin auch fündig geworden. Als Aruba dann zurück kam meinte sie, dass ich die gesamten Vorräte fürs Wochenende verputzt hätte. Sie ist dann nochmal los, um Nachschub zu kaufen.
Sonntags sind wir nach einem faulen Couchtag abends mit Freunden von Aruba in einen Pub gegangen. Das war ein lustiger Abend. Insbesondere nach dem ganzen Baileys und dem Guiness.

Montags gab es eine Bastelaufgabe für mich. Ich sollte mal versuchen, ein Handydisplay zu reparieren. So richtig erfolgreich war ich damit nicht. Vielleicht kann ich das irgendwann mal ein bisschen üben.
Aruba musste dann später noch nach Frankfurt zum Arzt. Der hat ihr eine riesige Spritze verpasst – das war gruselig! Da fand ich den anschließenden Lungenfunktionstest schon harmloser. Es sah schon lustig aus, wie Aruba mit einer Nasenklammer ausgestattet in das Gerät pusten musste.

Am nächsten Tag meinte Aruba, das wir Mila und Katerchen mit auf einen Ausflug nehmen. Ich fand das zwar überraschend, aber warum nicht mal mit den Katzenkumpels unterwegs sein. An unserem Ausflugsziel gab es sogar ausgewiesene Katzenparkplätze – toll. Mila und Katerchen waren nicht so begeistert wie ich. Sie hatten schlechte Laune. Erst später wurde mir klar warum – das Ausflugsziel war ein Tierarzt, der den beiden eine Wurmkur verpasst hat. Da ich zum Glück bei bester Gesundheit war, blieb mir eine intensive „Unterredung“ mit dem Tierarzt erspart.
Nachmittags, nachdem Mila und Katerchen wieder zuhause abgeliefert waren, haben wir noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Unterwegs haben wir einen riesigen Pilz entdeckt, den ich gerne als Sonnenschirm mitgenommen hätte. Aruba hat sich aber geweigert, da sie keine Pilze mag. Die Diskussion um meinen Wunsch habe ich zu ihren Gunsten beendet, nachdem sie mir ein leckeres Abendessen versprochen hatte.

An den folgenden Tagen habe ich mit Aruba noch drei Früh- und zwei Spätdienste im Tower absolviert. Dabei habe ich wieder viele Flugzeuge und andere Gefährte auf dem Vorfeld beobachten können. Ich fand es sehr schade, als die fünf aufeinanderfolgenden Arbeitstage zu Ende gingen und ich mich damit vom Flughafen Frankfurt verabschieden musste. Aruba hat aber bereits angedeutet, dass ich vielleicht noch ein weiteres Mal zu ihr kommen darf und dann natürlich auch wieder mit zur Arbeit in den Tower gehen darf.

Am nächsten Tag ging es wieder gemeinsam mit den beiden Katzen auf Tour. Dieses Mal zum Glück aber nicht zum Tierarzt, sondern zu Arubas Eltern ins Frankenland. Dort sollten Mila und Katerchen für die nächsten Tage Quartier beziehen, weil Aruba mit Jelly, Herdy und mir noch weiterreisen wollte. Die Eltern von Aruba haben selbst auch einen Kater. Der ist schon 25 Jahre alt und mag keine neuen Bekanntschaften – selbst mich nicht. Nun gut, da habe ich mich halt gemeinsam mit Mila und Katerchen zurückgezogen.

Nach einer Übernachtung ging die Reise dann mit der Bahn weiter. Erst nach Würzburg, und danach im ICE nach Hamburg-Altona. Da sind wir dann nochmal in einen Regionalexpress umgestiegen, der uns nach Husum gebracht hat. Und da Umsteigen Spaß macht, sind wir dann noch in eine Regionalbahn gehüpft. Nach insgesamt zehn Stunden Bahnfahrt kamen wir schließlich in Sankt Peter-Ording an. Wir waren so müde, dass wir nur noch ganz kurz Seeluft geschnuppert haben, bevor wir ins Bett gefallen sind.

Gut erholt von der anstrengen Anreise ging es am nächsten Morgen erstmal zum Strand. Es war so windig, dass ich fast davongeflogen wäre, wenn Aruba mich nicht gut festgehalten hätte. Nach einer kleinen Fotosession sind wir zum Einkaufen gegangen. Nachmittags sind wir nach Sankt Peter-Dorf und haben an einem Bernsteinschleifkurs bei Boy Jöns teilgenommen. Das hat richtig viel Spaß gemacht.

Einen Tag später stand Wellness auf dem Programm. Wir haben uns mit Dreck beschmieren lassen und in ein Dampfbad gesetzt. Okay… ich gebe es zu… das mit dem Dreck bzw. Schlamm habe ich ausgelassen. Aber Aruba hat das gemacht und sichtlich Spaß dabei gehabt. Bei der anschließenden Massage – natürlich erst nachdem der Schlamm wieder runter war – habe ich aber wieder teilgenommen. Das war wirklich sehr entspannend.
Mittags sind wir wieder nach Sankt Peter-Dorf gegangen und haben unsere Bernsteine abgeholt.
abends waren wir bei einem Griechen, der uns leckeres Futter serviert hat. Zu meinem Glück hat Aruba ihre Portion nicht geschafft. Da hilft Löwe doch gern!

Da am folgenden Tag das Wetter nicht wirklich gut war, ging es nach einem kurzen Abstecher zum Strand und einer Mittagspause in die Dünentherme. Da haben wir den Rest des Tages entspannt und die Tatzen von uns gestreckt.

Dann war schon der letzte volle Tag in Sankt Peter-Ording angebrochen. Den haben wir dazu genutzt, zur höchsten natürlichen Erhebung im gesamten Gemeindegebiet zu laufen – der Magdalenenspitze „Maleens Knoll“. Diese Düne ist immerhin 16,6 Meter über dem Meeresspiegel und besitzt darüber hinaus auch noch einen Aussichtsturm. Von dort aus konnten wir über die vernebelten Dünen schauen. Wegen des einsetzenden Regens waren wir dann nur noch kurz am Strand und sind lieber wieder ins Hotel zurück, wo es leckere Schnitzel gab. Danach haben wir uns in der Sauna noch ein wenig aufgewärmt.

Am nächsten Morgen musste nach dem Frühstück gepackt und ausgecheckt werden. Nach einem letzten Blick auf die Nordsee Zug ging es mit dem Zug wieder über Husum zurück nach Hamburg, wo wir dieses Mal aber Zwischenstation gemacht haben und in ein Hotel eingecheckt haben. Unsere anschließende Futtersuche hat uns in ein Lokal mit schwäbischen Spezialitäten geführt, wo wir leckeren Hackbraten und Kässpätzle verdrückt haben. Leider hat Aruba ihre eigene Portion an diesem Tag allein geschafft.
Mit vollen Bäuchen sind wir dann zur Elbe gegangen und haben uns die Elbphilharmonie angeschaut. Danach sind wir an den Landungsbrücken entlang und haben die Schiffe bestaunt. Und einen Blick auf „mein“ Musical – König der Löwen – konnte ich aus der Entfernung auch noch werfen.
Den Abend haben wir dann an der Hotelbar ausklingen lassen. Der Barkeeper hat uns unter anderem einen Schnaps serviert, der wie flüssiges Nutella geschmeckt hat. Genau das Richtige für Schleckermäuler.

Nachdem ich Aruba am nächsten Morgen am Frühstücksbuffet mein Lieblingsspiel „Buffetfräse“ erklärt und vorgeführt haben wir ausgecheckt und sind nach Altona, um dort noch ein bisschen was einzukaufen. Anschließend ging es zum Hauptbahnhof, wo wir in der Lounge die Zeit bis zur Abfahrt unseres ICE totgeschlagen haben. In Würzburg kamen wir leider ein paar Minuten zu spät an und haben daher unseren Anschlusszug verpasst. Das lag daran, dass der Triebwagen des ICE in Fulda „resettet“ werden musste. Anscheinend laufen die ICE der Bahn mit Windows – das muss ja auch ständig neu gestartet werden.
Etwas verspätet kamen wir dann bei Arubas Eltern an, wo bereits Abendessen auf uns wartete. Hätte man mir rechtzeitig gesagt, dass noch weitere Verwandte kommen würden, dann hätte ich denen (vielleicht) was vom Essen übrig gelassen.

Am nächsten Tag mussten sich dann unsere Wege wieder trennen, da meine Besuchszeit schon zu Ende war. Nach einer ausgiebigen Verabschiedung musste ich in meine Reisekiste, um die Rückreis nach Hause anzutreten. Vorher haben mir aber Aruba, Herdy, Jelly und das noch namenlose in Sankt Peter-Ording adoptierte Walross versprochen, dass wir uns wiedersehen würden.
Ich nehme euch beim Wort! Ich möchte wiederkommen.


Da im Reisebericht nicht immer alle Bilder untergebracht werden können, könnt ihr alle Bilder dieses Abenteuers hier bestaunen:


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Auf meiner Abenteuerkarte könnt ihr euch auch übersichtlich anschauen, wo mich meine Reise bisher hingeführt hat und welche weiteren Zielorte bereits geplant sind.
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Kategorie(n): Ludwig

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