Ludwigs Abenteuer – Folge 84

Aus dem Saarland ging meine Reise weiter nach Nordrhein-Westfalen zu Katrin und Martin. Katrin hatte mich schon vor einigen Monaten dazu eingeladen, an einer ganz besonderen Urlaubsreise teilzunehmen. Und ich muss ehrlich eingestehen, dass ich mich auf diese Reise schon richtig gefreut hatte.

Direkt nach meiner Ankunft bei Katrin und Martin durfte ich Bearnhard kennenlernen, der auch schon viele Reisen hinter sich gebracht hat und genau wie ich viel zu erzählen hatte. Da Katrin vor dem Beginn der Reise noch ein paar Tage Entspannung empfohlen hatte, habe ich die Zeit genutzt, um mich intensiv mit Bearnhard auszutauschen.

Ich habe dann auch erfahren, dass bei der kommenden Reise, einer Expeditionsreise in die Antarktis, alle Reiseteilnehmer bei den Expeditionen immer einheitliche Kleidung tragen würden. Da aber der Reiseveranstalter nicht auf Teilnehmer in meiner Größe vorbereitet war, hat Katrin kurzerhand selbst noch was für mich angefertigt. Natürlich nicht ohne meine tatkräftige Hilfe!
Witzig fand ich auch zu beobachten, wie Katrin und Martin immer wieder ihre Koffer umgepackt haben, um möglichst viel hineinzubekommen, ohne das zulässige Gewicht zu überschreiten. Immer wenn ich dachte, dass sie es jetzt geschafft haben, musste noch was in den Koffer und hat das Spiel wieder von vorne beginnen lassen. Bearnhard und ich haben uns nicht anmerken lassen, dass wir ziemlichen Spaß bei der Sache hatten.

An einem Abend sind wir dann noch nach Dortmund gefahren. Dort gab es eine Ausstellung über Pink Floyd, die wir uns gemeinsam angeschaut haben. Ich fand das sehr interessant.

Eine Woche nach meiner Ankunft bei Katrin und Martin ging es dann endlich auf die lang erwartete Reise. Da das Reiseziel ja nun wirklich sehr weit entfernt war, musste die Anreise in mehreren Etappen erfolgen. Von Düsseldorf aus ging es mit dem Flieger erst nach Amsterdam. Das besondere an diesem ersten Flug war, dass ich unmittelbar nach dem Start in Düsseldorf mal schnell nach Hause winken konnte, da wir quasi im Steigflug darüber hinweg gezischt sind.
In Amsterdam mussten wir dann umsteigen, hatten aber genügend Zeit für ein paar stärkende Snacks. Und da bot sich in Amsterdam natürlich was an? Klar – Käse! Dazu noch das ein oder andere erfrischende Getränk, ein bisschen mit den Rolltreppen rauf und runter fahren und so war die Wartezeit schnell überbrückt.
Von Amsterdam aus ging der nächste Flug nach Buenos Aires, in die Hauptstadt von Argentinien. Ein ziemlich langer Flug, der mir aber mit zahlreichen Leckereien und einem schönen Sonnenaufgang über den Wolken versüßt wurde.

In Buenos Aires hatten wir dann einen Tag Aufenthalt. Die Zeit wurde natürlich genutzt, um die Stadt im Rahmen einer Stadtrundfahrt ein wenig zu erkunden. Natürlich schafft man in dieser kurzen Zeit nicht allzu viel, aber ein paar typische Touristenpunkte konnten wir besuchen. Wir sind zum Beispiel an der juristischen Fakultät der Universidad de Buenos Aires vorbeigekommen und haben die Avenida 9 de Julio bewundert. Das soll die breiteste Straße der Welt sein. Außerdem haben wir noch den Friedhof von Recoleta besucht. Dort ist unter anderem Eva Peron begraben. Dann waren wir noch in La Boca, dem Stadtteil der Stadt, wo der erste Hafen entstanden war. Dort gibt es viele Gebäude, die mit dem Blech von abgewrackten Schiffen gebaut und dann bunt bemalt wurden. Und dann haben mir Katrin und Martin noch ein Comic mit Mafalda, einer berühmten argentinischen Comicfigur, gezeigt.

Am nächsten Morgen ging es dann wieder zum Flughafen um nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, zu fliegen. Beim Anflug auf Ushuaia konnten wir alle einen Blick auf die Anden genießen. In Ushuaia angekommen konnten wir uns dann unter fachkundiger Führung einer einheimischen Reiseleiterin noch ein paar Stunden umschauen, bevor wir dann an Bord der MS Fram von Hurtigruten gegangen sind. In diesem Moment hat dann die Expeditionsreise so richtig begonnen. Natürlich sind wir dann noch am selben Tag aus Ushuaia ausgelaufen, um für drei Wochen mit der MS Fram unterwegs zu sein.

Nach einem Seetag, den wir unter anderem dazu genutzt haben, uns ein wenig bilden zu lassen und die ersten kulinarischen Erfahrungen an Bord zu machen, haben wir die Falklandinseln erreicht. Dort sind wir an drei Tagen an verschiedenen Stellen an Land gegangen.
Erstes Ziel auf den Falklandinseln war New Island, und gleichzeitig war dies auch die erste Gelegenheit, mich in meiner Expeditionsjacke zu präsentieren. Ihr glaubt gar nicht, wie alle gestaunt haben, als Katrin und ich uns im Partnerlook präsentiert haben.
An Land haben wir direkt viele ganz drollige Pinguine gesehen. Aber auch viele andere Tiere, wie z. B. Albatrosse konnten wir dort sehen.
Als ich das alte Wrack in einer der Buchten von New Island gesehen habe, war ich doch sehr froh, dass wir mit einem modernen Schiff und nicht einem solchen Holzschiff unterwegs waren.
Eigentlich war an diesem Tag noch eine weitere Anlandung geplant, die musste aber wegen des Wetters ausfallen. Also haben wir uns stattdessen mit dem Angebot an Cocktails an Bord beschäftigt.

Am nächsten Tag waren wir dann auf Saunders Island. Obwohl es sehr windig und nass war, konnte der Landgang stattfinden. Und so trafen wir insbesondere wieder auf Pinguine – Eselspinguine, Magellan-Pinguine, Königspinguine und Felsenpinguine. Außerdem haben wir ein Walskelett gesehen, das an Land einfach so herum lag.
Wie ihr auf dem letzten Foto sehen könnt, habe ich mich mit meinem Outfit voll in die Reisegruppe integrieren können.

Der dritte Tag auf den Falklandinseln wurde dann dazu genutzt, in Stanley, der Hauptstadt der Falklandinseln, an Land zu gehen. Hauptstadt hört sich erstmal groß an, Stanley hat aber nur etwas mehr als 2.000 Einwohner. Neben einer Runde durch die Stadt und dem Besuch eines kleinen Museums haben wir dann auch eine naturkundliche Wanderung zur Gypsy Cove, einer Bucht in der Nähe von Stanley, unternommen.
Das die Falklandinseln zu Großbritannien gehören konnte man übrigens sehr schön an den typisch britischen Telefonzellen erkennen. 😉

Nach dem Besuch der Falklandinseln waren dann wieder zwei Seetage angesagt. Die haben wir uns anderem damit vertrieben, verschiedene Wale in der Nähe des Schiffs zu beobachten und zu zählen.
Da zwischenzeitlich der Seegang auch etwas heftig wurde und ich mich unkontrolliert durch die Kabine bewegt habe, habe ich kurzerhand Zuflucht in einem Kaffeebecher gesucht, bis sich die raue See wieder beruhigt hatte.
Die Zeit bis zum nächsten Etappenziel konnte dann auch wieder ausgiebig für Weiterbildungen genutzt werden. Außerdem mussten die Menschen wieder ihre Ausrüstung sortieren und reinigen. Damit nichts auf die Inseln eingeschleppt wird, was dort nicht hingehört, musste ALLES penibel gereinigt werden. Und so war es nicht das erste und auch nicht das letzte Mal auf dieser Reise, dass auch ich mich mit einem leistungsstarken Sauger konfrontiert sah.

Nach den Seetagen erreichten wir dann Südgeorgien, das ebenso wie die Falklandinseln zu Großbritannien gehört. Hier haben wir dann vier Tage hintereinander unsere Expeditionstouren an verschiedenen Anlandestellen unternommen.
Erstes Anlaufziel war Grytviken, das früher einmal Walfangstation war. Dementsprechend gab es dort auch altes entsprechendes Equipment und ein altes Walfangschiff zu sehen.

Auf Prion Island habe ich dann mal nähere Kontakte zu den einheimischen Pinguinen geknüpft. Einige waren wirklich erstaunlich zutraulich und haben sich ziemlich nah an uns herangewagt. Angst vor Löwen haben Pinguine ja grundsätzlich nicht, da es in ihrer Heimat keine freilebenden Löwen gibt.
Von einem Aussichtspunkt aus konnte man einen herrlichen Ausblick genießen.

Weitere Anlandungen gab es dann noch in Stromnes und in der Fortuna Bay. Auch hier natürlich Pinguine, Pinguine und noch mehr Pinguine. Wahnsinn, wie groß diese Kolonien sind. Aber auch immer wieder andere schöne Tiere, wie beispielsweise Seebären – also Robben. Gerade die Jungtiere waren äußerst putzig.
Vom Schiff aus konnte man auch schon die ersten Blicke auf große Eiswürfel im Meer und einen großen Tafeleisberg werfen. Faszinierend!
Den Abschluss unserer Südgeorgien-Erkundungen bildete dann eine Fahrt in den Drygalski-Fjord. Ein ganz besonderer Anblick mit den Gletschern auf beiden Seiten. Da der Fjord nicht sehr breit ist, fahren hier nicht viele Schiffe hinein. Für uns war es quasi ein Ausweichprogramm, da wir an den vorgesehenen Anlandestellen wegen des Wetters eben nicht anlanden konnten. Übrigens hat es auch immer wieder – teils auch heftiger – geschneit. Erwähnenswert ist das, weil ja auf der Südhalbkugel Sommer war.

Mit Kurs auf die Antarktis standen uns nun wieder zwei Seetage bevor. Hier ging es teils recht rau zu bei Wellen von bis zu 10 Metern. Da kommt so ein Schiff schon mächtig ins Schaukeln und Seefestigkeit ist durchaus hilfreich. Nachdem sich das Wetter und das Meer dann wieder etwas beruhigt hatten, konnte man auch wieder an Deck Ausschau nach Walen halten. Lange warten musste man eigentlich nie – es gab immer welche in der Nähe des Schiffs. Und auch die Zahl der Eisberge nahm stetig zu. Irgendwann haben wir dann auch den sechszigsten Breitengrad und damit offiziell die Antarktis erreicht.

Erster Anlaufpunkt in der Antarktis sollte dann Elephant Island sein. Aber wegen der starken Winde war die Anlandung leider nicht möglich. Also blieb nur der Blick vom Schiff aus auf die Insel. Auf dem Außendeck ließ es sich allerdings nur sehr warm angezogen aushalten. Die kalten Böen sind einem schon mächtig unters Fell gezogen. Aber zum Glück gab es ja im Schiff immer wieder heiße Getränke zum Aufwärmen.

Am nächsten Tag sind wir dann in der Hope Bay an Land gegangen und haben die Esperanza Station besucht. Damit habe ich dann auch zum ersten Mal eine Tatze auf antarktischen Boden gesetzt. Ein toller Moment!
Die Esperanza Station wird das ganze Jahr von Angehörigen des argentinischen Militärs bewohnt, um im Falle eines Falles argentinische Ansprüche an der Antarktis untermauern zu können. Da sie alle ihre Familien dabei haben, gibt es sogar Kindergarten und Schule in der Station. Als wir die Station besucht haben waren allerdings nur wenige Bewohner da. Die waren nämlich größtenteils aufgebrochen um unser Schiff zu besuchen und zu besichtigen.
Zum Glück hatten Katrin und Martin daran gedacht, meinen Reisepass einzustecken. So konnte ich in der Esperanza Station einen schönen Stempel ergattern.

Weiter ging dann die Reise nach Half Moon Island, Whalers Bay und Deception Island. Katrin und Martin haben sich in der Whalers Bay sogar todesmutig zum Schwimmen ins Südpolarmeer gestürzt. Da ist mir doch allein beim Zuschauen extrem kalt geworden.

Dann gab es für mich überraschend noch ein ganz besonderes Abenteuer, das mir Katrin und Martin im Vorfeld nicht verraten hatten. Eine Übernachtung im Zelt an Land. Wer kann schon von sich behaupten, schonmal in der Antarktis gezeltet zu haben… Ich jetzt schon! Die Stille in der Nacht war fast unheimlich, wurde aber zum Glück immer wieder vom Schnarchen der Menschen im Nachbarzelt, den Pinguinen oder vom Krachen der Gletscher unterbrochen. Eine ganz besondere Erfahrung.

Nach der Nacht auf dem „kältesten Campingplatz der Welt“ ging es weiter nach Damoy Point, einer alten britischen Antarktis-Basis, die heute unter anderem das südlichste Postamt der Welt beheimatet.

Am folgenden Tag war dann die letzte Anlandung der Reise angesagt. Und zwar auf Peterman Island. Dort gab es für uns zum letzten Mal Pinguine hautnah zu beobachten. Unter anderem konnten wir zuschauen, wie junge Pinguine in einem Süßwasserpool auf der Insel das Schwimmen lernten.
Von Peterman Island aus ging es dann mit der MS Fram noch ein bisschen weiter Richtung Süden, bevor wir dann bei 65,24° Süd den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht hatten und das Schiff wieder Kurs Nord Richtung Ushuaia aufnahm.

Bis nach Ushuaia standen dann noch zwei Seetage durch die Drake Passage mit Kurs auf Kap Horn auf dem Programm. Viel Zeit für die Menschen, um die Ausrüstung zu reinigen, zu sortieren und langsam wieder alles in die Koffer einzupacken. Für mich ergab sich noch die Gelegenheit, der Brücke der MS Fram einen Besuch abzustatten. Wie schon auf der MS Nordlys durfte ich auf dem Platz des Kapitäns probesitzen und mir die Steuerung des Schiffs erklären lassen. Außerdem habe ich mir noch das Modell der ursprünglichen MS Fram angeschaut, das an Bord ausgestellt wird. Das Original dieses Schiffs habe ich ja auch schon bewundern dürfen (siehe Abenteuer Folge 69).

Wieder in Ushuaia angekommen hieß es dann, sich vom Schiff, der Crew und den Mitreisenden zu verabschieden. Nachdem ich nochmal schnell und heimlich die Schiffsglocke geläutet hatte, ging es dann von Bord und zielstrebig zum Flughafen, um den Rückflug nach Buenos Aires anzutreten.

In Buenos Aires sind wir dann noch für eine Übernachtung geblieben. So standen uns einige Stunden zur Verfügung, um die vor etwa drei Wochen begonnene Erkundung der Stadt noch ein kleines bisschen fortzusetzen. Aber es war schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, nach drei Wochen Expeditionstour wieder in einer Weltstadt zu sein. Hatten wir uns doch so an die Ruhe und die Natur gewöhnt…

Mit dem Rückflug über Nacht nach Düsseldorf mit Umstieg in Amsterdam war dann die Reise endgültig beendet. Die Flugzeit war mit ein paar Snacks und dem ein oder anderen Nickerchen schnell überbrückt und so fanden wir uns erstaunlich schnell in der Heimat wieder. Von der Flugzeugcrew bekam ich übrigens noch ein kleines Abschiedsgeschenk für meine Souvenirsammlung.
Kaum zurück am Wohnort von Katrin und Martin hieß es dann auch schon, Abschied voneinander zu nehmen. Noch am selben Tag sollte nämlich meine Weiterreise im Reisekistchen zu meinem nächsten Gastgeber starten. Was für ein Stress für einen kleinen Löwen…

Vielen Dank Katrin und Martin für diese unglaubliche Reise, die ich gemeinsam mit euch erleben durfte!


Da im Reisebericht nicht immer alle Bilder untergebracht werden können, könnt ihr alle Bilder dieses Abenteuers hier bestaunen:


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Kategorie(n): Ludwig

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