Ludwigs Abenteuer – Folge 31

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Knapp drei Wochen nach dem Ende meiner ersten Twitter-Reise habe ich mich bereits wieder auf den Weg gemacht, um viele meiner Twitter-Follower bzw. Twitter-Freunde zu besuchen. Gleich die erste Etappe hat mich wieder ins Ausland, nämlich nach Österreich, geführt. In Wien habe ich Michael und Michaela besucht. In eineinhalb Wochen meines Besuchs habe ich sehr viel über die österreichische Geschichte erfahren. Da ich euch auch viel davon erzählen will, könnte diese Folge meiner Abenteuergeschichten etwas länger werden…

Kaum bei Michael angekommen ging es auch schon ohne größere Pause weiter. Im Presseclub Concordia durfte ich einen Vortrag zum Thema Pressefreiheit, bzw. deren mögliche Abschaffung, in Ungarn anhören. Dabei saß ich neben einer Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung. Ich glaube sie hätte mich gerne gefragt, für welche Zeitung ich da bin – aber sie hat sich nicht getraut. Mein Gastgeber meinte, dass er aus der Sicht der anwesenden Journalisten die dunkle Seite der Macht vertritt. Was er damit gemeint hat, weiß ich nicht so recht.

Nach dem Vortrag ging es für eine kleine Stärkung zum „Meinl am Graben“. Ein edles Lokal, das zu den Top-Restaurants in Wien gehört. An einem hübschen Fensterplatz konnte ich während der Wartezeit bis zum Essen auf die Pestsäule schauen, die Kaiser Leopold I. errichtet hat. Noch bevor mir Michael ganz genau erzählen konnte, was der Spötter Karl Kraus zu dieser Pestsäule meinte, kam dann unser Essen. Es gab ein leckeres Beef Tartar. Um den Durst zu löschen bestellten wir danach noch ein kühles Bier.

Das „Dessert“ in Form eines alten Cognacs und einer kubanischen Zigarre haben wir uns dann anschließend im Wiener Rennverein im Palais Pallavicini gegönnt. Auf dem Nachhauseweg habe ich dann noch einen ungewöhnlichen Artgenossen von mir kennen gelernt – den königlich-bayrischen Löwen. Ich weiß nicht, ob es ihm wirklich gut ging, denn er war ein bisschen blass.
Außerdem konnte ich noch schnell auf einem luxuriösen alten Auto posieren.

Danach hatte ich dann endlich die Gelegenheit, einige Mitbewohner von Michael begrüßen zu können. Eine wirklich sympathische Bande, die sich sehr für meine bisherigen Abenteuer interessiert habt.

Am nächsten Tag haben wir den wahrscheinlich besten und einen der ältesten Schuhmacher der Welt besucht – Rudolf Scheer & Söhne. Seine Werkstatt gibt es seit 200 Jahren, und er hat in der Vergangenheit Kaiser, Könige, Erzherzoge, Fürsten, Künstler – und solche die sich dafür ausgegeben haben – bedient. Der Inhaber Markus Scheer, er leitet das Unternehmen bereits in siebter Generation, hat für mich seine kostbarste Vitrine geöffnet, damit ich mich mit den Leisten von Kaiser Franz Joseph und Kaiser Karl I. fotografieren lassen durfte. Eine wirkliche Ehre!

Für den kleinen Genuss zwischendurch gab es anschließend ein Fläschchen Chateau Miraval. Man könnte ihn auch Brangelina-Wein nennen, denn Angelina & Brad leben auf diesem Weingut. Nun ja, einer von beiden könnte ja mittlerweile ausgezogen sein…
Als kleinen Snack durfte ich mir eine in Würfelform „gepresste“ Sachertorte gönnen. Hmmmmm, lecker!

Um ein bisschen auszuruhen, habe ich dann die Gesellschaft von meinem neuen Freund Monty gesucht. Gemeinsam haben wir das Land der Träume besucht.

Am nächsten Tag waren wir im Wiener Burgtheater. Dort konnte ich kurzzeitig mal so richtig im Rampenlicht stehen, und mich quasi schon ein wenig auf mein Bühnenengagement vorbereiten, das ich im November haben werde. Natürlich nicht auf einer solch prominenten Bühne…

Nach einer kleinen Schlechtwetterphase, bei der es nicht angebracht war die Stadt zu erkunden, ging es dann los um das historische Wien zu entdecken. Durch das Innere Burgtor am Michaelerplatz ging es zum Reichskanzleitrakt der Hofburg. Dort regierten die neueren Habsburger das Reich. Auch Kaiser Franz Joseph hatte dort seine Kanzlei. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie er damals aus dem Fenster blickte und die Paraden im Innenhof beobachtete. Im Innenhof der Burg habe ich dann das Denkmal von Kaiser Franz bestaunt. Bei den Wienern hieß er damals der „Gute Kaiser Franz“. Übrigens war er der Schwiegerpapa von Napoleon!

Auf dem Heldenplatz angekommen konnte ich einen kurzen Blick auf das Wiener Rathaus mit seinem Turm werfen und den leopoldinischen Trakt der Hofburg ganz genau studieren. Dort ist heute der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten. In seinem Büro hatte Maria Therisia, die Königin von Ungarn, früher ihr Schlafgemach.

In Wien sind nicht nur Reiselöwen wie ich zu Besuch – es gibt auch einige Löwen, die sich ständig in der Stadt aufhalten. Dazu gehört auch einer, der die neue Burg bewacht. Die neue Burg sollte das Kaiserforum von Franz Joseph werden, wurde aber nicht fertiggestellt. Ich habe dazu Kommentare gehört wie „das ist für Österreich nicht untypisch“.

In der kaiserlichen und königlichen Hofzuckerbäckerei Demel war dann ein kleines Champagner-Frühstück angesagt. Anschließend habe ich mir die vielen Schokoladen und Torten angeschaut und dabei auch eine „gefälschte“ Sachertorte entdeckt. Sachertorte gibt es doch nur bei Sacher!

Gut gesättigt sind wir weiter zum Platz am Hof. Seinen Namen hat er, weil dort im Mittelalter der Hof der Babenberger – das Vorgängergeschlecht der Habsburger – seinen Hof hatte. Auf dem Balkon der Kirche wurde im Jahr 1806 nach 1.000 Jahren das Heilige Römische Reich Deutscher Nationen für beendet erklärt. Kaiser Franz II. ließ dies durch einen Herold erledigen.
Ein paar Meter neben diesem berühmten Balkon steht das Park-Hyatt-Hotel. Früher waren dort erst das österreichisch-ungarische und danach das österreichische Kriegsministerium.
Im Jahr 1848 wurde der amtierende Kriegsminister Theodor Baillet durch Revolutionäre an einer Laterne vor dem Amtssitz gehängt.

Für eine kleine Stärkung haben wir bei Fabios – dem wahrscheinlich besten Gastronom Österreichs Fabio Giacobello – eine kleine Pasta bestellt.

Im Türkenschanzpark – der heißt so, weil die Türken während der Belagerung Wiens im Jahr 1683 dort eine Schanze (Stellung) hatten – haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht und dabei dem Herrn Arthur Schnitzler, ein bedeutender österreichischer Literat, einen Besuch abgestattet.
Auf dem Reiterdenkmal habe ich dann noch kurz Platz genommen und mir vorgestellt, dass ich ein edler Ritter bin. Ich finde, „Ludwig der edle Ritter“ würde sich auch toll anhören, oder?

Nach dem Besuch im Park wurde es dann Zeit, die wahrscheinlich unbezahlbarsten Schätze Österreichs zu anzuschauen. Diese befinden sich hinter einer gigantischen Tresortür.
Zu bewundern gibt es zum Beispiel die kaiserliche Krone und den hermelinbepelzten Kaisermantel von Kaiser Franz II., das Ornat des königlichen Ungarischen Ordens vom Heiligen Stephan, die Reichskrone und den Reichsapfel.
Neben den ganzen glänzenden Schätzen aus Gold und anderen edlen Materialien gibt es aber auch historische Gebrauchsgegenstände zu sehen. Beispielsweise die Wiege des Königs von Rom. Ich hätte dort gerne Mal Probe gelegen, aber das war nicht erwünscht.
Die ganzen Ordensschätze gehören übrigens nicht der Republik Österreich, sondern dem Orden, der heute noch existiert. Sein Großmeister ist Karl Habsburg, der Enkel des letzten österreichischen Kaisers. Wer hätte das gedacht?

Nach so vielen Schätzen musste dann aber auch mal wieder etwas Bodenständiges her. So etwas findet man zum Beispiel in einem 450 Jahre alten Wirtshaus in Form eines kühlen Bieres.

Für einen nimmersatten Reiselöwen wie mich gab es dann auch noch ein ganz besonderes Highlight. Ein wahrlich festliches Menü in der Roten Bar des Hotel Sacher. Nach einem Amuse Bouche und einer Rindersuppe mit einem Leberknödel in Ludwiggröße durfte ich gleich zwei verschiedene Hauptspeisen probieren. Ein echtes Wiener Schnitzel und einen Tafelspitz mit Apfel-Meerrettich und Schnittlauchsoße. Nebenbei noch eine Portion Kartoffelsalat und dazu einen Burgunder. Als Dessert wurde dann noch eine Maroni-Mousse an mich verfüttert, bevor es zum Abschluss noch einen Weichselschnaps gab. Ich muss ganz ehrlich zugeben: Nach diesem Menü war sogar ich satt! Ein wenig enthemmt vom Schnaps habe ich mir noch vor Ort einen kurzen Verdauungsschlaf gegönnt.

Nach der kurzen Erholungspause habe ich noch schnell einen Blick hinter die Tür mit der Nummer 7 geworfen. Dort sind heute Speisesäle. Früher waren dort berüchtigte Separees. Die Nummer 7 war das Stamm-Separee des Kronprinzen.
Kurz vor dem Abschied aus dem Hotel Sacher, habe ich mich noch schnell mit der legendären Chefin des Sacher – Anna Sacher – fotografieren lassen.

Der Besuch des Hotels Sacher ist unumstritten ein echter Höhepunkt zum Abschluss meines Wien-Aufenthalts gewesen. Leider ging die Zeit wieder einmal viel zu schnell vorbei, und so musste ich meine neuen Freunde auch schon wieder Richtung Berlin verlassen.
Vielen Dank für eure Gastfreundschaft! Ich habe sie sehr genossen.

Verfolgt meine Abenteuer weiter hier auf der Homepage oder auf Twitter ==> @Ludwig_Loewe
Ich halte euch wie immer auf dem Laufenden.
Auf meiner Abenteuerkarte könnt ihr euch auch übersichtlich anschauen, wo mich meine Reise bisher hingeführt hat und welche weiteren Zielorte bereits geplant sind.
Mich gibt es auch auf Flickr. Dort könnt ihr ALLE Fotos von meinen Abenteuern anschauen. Hier in den Reiseberichten können nicht immer alle untergebracht werden. Hier geht es direkt zum Fotoalbum des Abenteuers 31.
Meinen Youtube-Kanal, auf dem ihr ein paar kurze Clips von mir sehen könnt, findet ihr hier.
Ich würde mich freuen, wenn ihr die Abenteuer gemeinsam mit mir genießt. Und nicht vergessen: Wenn ihr mögt, komme ich auch bei euch vorbei! ==> Registrierung als Gastgeber

Bis bald
Euer Ludwig

Kategorie(n): Ludwig

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